Buch 5

Spuren von Atlantis in Europa

Einleitung: Nachdem wir in den vorangegangenen Kapiteln den Spuren der Atlanter in der Frühgeschichte der Menschheit nachgegangen sind, sollen in diesem Buch auch die über die Arbeit der Archäologen und Geschichtswissenschaftler hinausgehenden Bemühungen und Erkenntnisse von Hobbyforschern gewürdigt werden, die aus innerem Bedürfnis, wahrscheinlich als wiedergeborene Atlanter, den Spuren dieser ersten Kultur in ihren Heimatländern nachgegangen sind. Diese Spuren wurden zwar auch von Archäologen festgestellt und untersucht, da ihnen aber größtenteils wegen ihrer akademischen Vorbildung, welche die Existenz von Atlantis nach wie vor verneint, der geistige Zugang zu den Ursprüngen dieser Kultur durch innere Blockaden verwehrt war, konnten sie nicht mehr damit anfangen, als die oft bemerkenswerten Fundstücke zeitlich zu bestimmen und in Museen zu sammeln, wo sie weitgehend unbekannt in einem Dornröschenschlaf ruhen. Um nicht ungerechtfertigter Beschuldigungen der etablierten Wissenschaft bezichtigt zu werden, soll hier nur ein Beispiel dafür gegeben werden.

Der norddeutsche Raum zwischen Elbe und Weser ist ein ergiebiger Fundort archäologischer Reste aus atlantischer Zeit. Die teilweise erstaunlichen, oft zufällig bei Haus- oder Straßenbauarbeiten gemachten Funde, zB: die "Bronzeräder" von Stade an der Niederelbe liegen nahezu unbekannt und unausgewertet in örtlichen Museen , ohne daß den Fundstätten und ihren Zusammenhängen wissenschaftlich durch Ausgrabungen und Wertungen nachgegangen wird und dazu noch aus Unkenntnis der atlantischen Vergangenheit gravierende Zuschreibungsfehler gemacht werden. Diese " Bronzeräder" bestehen aus vier, gut gearbeiteten und verzierten, nahe beieinander entdeckten Fundstücken, die man aus Ermangelung an anderen Anhaltspunkten wegen der hohen Qualität ihrer Verarbeitung auf das Ende der "germanischen Bronzezeit" um 700 v. Chr. datierte. Sie gehörten wahrscheinlich zu zwei atlantischen Streitwagen, von denen das Holz vermoderte und nur die Bronzeräder übrigblieben, die wahre Datierung müßte also in die Zeit der größten Macht des atlantischen Reiches fallen, d. h. vor 1250 v. Chr. liegen.

Für die Verwendung bei einem Streitwagen spricht die außerordentlich breite Bronzenabe, die sicher die hölzerne Achse gegen Beschädigungen im Kampf schützen sollte und der äußere Radkranz, der U-förmig ausgebildet ist ,um einen den Einsatzbedingungen angepaßten äußeren Radkranz aus Holz aufzunehmen, der dann bei Bedarf wieder mit einem Bronze oder Eisenreifen versehen werden konnte. Der hölzerne Radkranz und seine Befestigung mit Bronzenägeln sind in Resten noch erhalten. Die zuständigen Archäologen , die sich atlantische Streitwagen an der Elbe nicht im Traume vorstellen können, da es für sie Atlantis garnicht gab, konstruierten im Geist, in Anlehnung an ähnliches Vorgehen schwedischer Kollegen, aus den Bronzerädern einen germanischen vierädrigen Begräbniswagen, ohne daß aber an der Fundstelle irgend etwas auf ein Grab hindeutete. Auch für die hervorragende Metallverarbeitung und Verzierung der Räder gab es in Germanien zu dieser Zeit keine Basis .

Ähnliche Räder wurden außer in Schweden in Europa auch an der unteren Loire in Frankreich und an zehn weiteren Stellen im Mittelmeerraum gefunden. Der Elbe-Weser-Raum wird zwar in der Wissenschaft als verkehrsmäßig stark frequentierter Raum in "atlantischer" Zeit geführt, aber diese Aussage könnte auch schon auf Grund des Vorhandenseins einer Unzahl von unübersehbaren Megalithgräbern gemacht werden.

Aber auch mit diesen in großer Menge vorhandenen, oft reich ausgestatteten Megalithgräbern macht die Wissenschaft es sich schwer. Da ein Vorhandensein einer zusammenhängenden großen Kultur im Raum der Küsten des Atlantiks und seiner Nebenmeere nach wie vor geleugnet oder sogar abgestritten wird, kann man die Funde kaum einordnen. Man kennt zwar die Begriffe Megalithkultur oder auch Trichterbecherkultur, die dann später in die Glockenbecherkultur übergeht. Man weiß auch, daß diese Kultur auch in Frankreich und Iberien vorkommt und man ist immer wieder erstaunt über die technische und künstlerische Qualität der Bronzearbeiten und Eisenprodukte dieser Kultur. Aber man scheut sich offenbar, ihren inneren Zusammenhängen durch systematische archäologische Arbeit nachzugehen. So gab es bis etwa 1960 kaum systematische Ausgrabungen an noch vorhandenen ungestörten Großsteingräbern mit nachfolgender Restaurierung, noch Forschungen an den bisher durch Zufallsfunde bekanntgewordenen Siedlungsplätzen.

Anscheinend betrachtet man die Neolithische- und Bronzezeitliche Kultur in seinem Bereich als zu weit in der Vergangenheit liegend und deshalb als uninteressant oder man scheitert am Nichtvorhandensein von Fachleuten oder Geld für derartige Aufgaben. Wahrscheinlich fehlt aber nur der innere Antrieb, diesen Dingen endlich einmal auf den Grund zu gehen. Den Deutschen geht es hier ähnlich wie den Spaniern. Sie sitzen auf ihren Schätzen, ohne sie wahrzunehmen. Dabei könnten sich beide ein Beispiel an den Franzosen nehmen, die in neuerer Zeit in hervorragender Weise ihre atlantische Vergangenheit aufarbeiten. Vielleicht liegt der Grund für dieses erstaunlich abweichende Verhalten der drei betroffenen Länder des Kontinents darin, daß Frankreich seit der Revolution in der Wissenschaft tatsächlich laizistisch organisiert ist, während in Deutschland und in Spanien die Kirche auf der Bremse steht, wenn es um vorchristliche Kulturen oder Religionen geht. Dabei handelt es sich bei Atlantis II doch eigentlich um ein historisches Vorbild für ein einheitliches Europa und müßte deshalb sogar die Politiker interessieren.

Auf Grund dieser teilweise noch heute praktizierten Rückständigkeit und Uninteressiertheit der archäologischen Forschung in etlichen Gebieten des atlantischen Reiches ist es wichtig und richtig, daß sich Laien finden, die hier oft bahnbrechende Arbeit leisten. Es soll hier nicht der neuerdings praktizierten wilden Suche mit Metalldetektoren das Wort geredet werden, sondern die Rede ist von Leuten, die zwar als Laien , aber doch unter Beachtung der wissenschaftlichen Grundsätze, arbeiten.

Daß die etablierte Wissenschaft, statt dafür dankbar zu sein und ihre Arbeit weiterzuführen, sie oft in Publikationen zerpflückt, was weit weniger Arbeit macht und dazu noch von konservativen Kreisen honoriert wird, ist bedauerlich. Leider ist dies ein Pferdefuß des akademischen Systems, das die Bedeutung eines Wissenschaftlers an der Anzahl, nicht an der Qualität, seiner Publikationen mißt. Dieser Pferdefuß gewinnt noch an Größe, wenn man bedenkt, daß nur Publikationen in renomierten wissenschaftlichen Organen dabei anerkannt werden und so für die Redaktion dieser Organe die, auch reichlich genutzte, Möglichkeit einer Zensur besteht. Denn nicht jede eingereichte Arbeit eines Wisenschaftlers wird hier veröffentlicht.

Vor allem wissenschaftliche Querdenker und Neuerer können ein trauriges Lied davon singen, wie schwer es ist, Neues und nicht in den vorhandenen Rahmen Passendes zur Veröffentlichung zu bringen, zumal wenn man Anfänger und damit ein "Niemand" ist oder schon einmal ins Fettnäpfchen getreten hat. Dies gilt in gewisser Weise auch für die Veröffentlichung von Büchern, wobei hier allerdings noch die Möglichkeit besteht, einen aufgeschlossen denkenden, oft noch neuen und deshalb noch nicht in ausgefahrenen Gleisen arbeitenden Verlag zu finden oder schlimmstenfalls einen eigenen Verlag zu gründen, wobei dem Erfolg des Buches natürlich von vornherein Grenzen gesetzt sind. Doch genug davon, wenden wir uns den bisher aufgedeckten Spuren von Atlantis zu, soweit sie bisher veröffentlicht wurden.

Megalithe, magische Steinkreise, Menhire und Dolmen (17)

Als im Jahr 1937 der Schotte J. Foster Forbes in einer BBC Hörfunkserie über das prähistorische Britannien behauptete, die Erbauer der megalithischen Monumente in Nordeuropa seien Überlebende von Atlantis gewesen, erregte er in den Kreisen der amtlich anerkannten Prähistoriker beträchtliches Aufsehen. Aber es war nicht nur diese Behauptung, sondern Forbes, der als echter Highlander und damit als direkter Nachfahre der Atlanter über das zweite Gesicht verfügte, stellte weiter klar, daß diese Steinsetzungen nicht nur astronomischen Zwecken und Berechnungen, sondern darüberhinaus als "Empfangsstationen für direkte Einflüsse himmlischer Konstellationen" dienten und das besonders zu bestimmten Jahreszeiten.

Sie ermöglichten der Priesterkaste der Atlanter die Ausübung der von ihnen beherrschten elementaren Wissenschaften, welche ihnen gestatteten, die Jahreszeiten und das Wetter zu kontrollieren und sich die spirituellen Energien von Sonne, Mond und Sternen zunutze zu machen. Die Quarzfelsen zum Beispiel, die in vielen Steinkreisen zu finden sind, wurden hineingebaut, um die elektrischen und magnetischen Ströme der Erde anzuziehen, und die vitalen Energien, die so zusammengezogen wurden, konnten in künstlichen Speichern, wie etwa dem Felsen von Dartmoor, aufbewahrt werden. Mit diesem, uns zum großen Teil heute verborgenem Wissen um solche und um andere Dinge, verbunden mit Spiritualität und Frömmigkeit, schuf die Priesterkaste die Bedingungen und die Atmosphäre für ein Jahrtausende währendes goldenes Zeitalter, in dem sich die Menschheit vom primitiven Jäger und Sammler zum geistig und kulturell entwickelten Menschen des atlantischen Reiches entwickeln konnte. Dessen weniger goldene geschichtliche Fortführung brachte dann in zahllosen Wirren, Kriegen und Vernichtungen schließlich den in seiner Meinungsbildung freien und relativ aufgeklärten Menschen von heute hervor, der in seiner geistigen Orientierung jedoch oft schwankend wie ein Rohr im Wind ist.

Zu ähnlichen Feststellungen wie Forbes kam der professionelle Archäologe T. C. Lethbridge, der Mitarbeiter des archäologischen Museums in Cambridge war. Nach seiner Pensionierung im Jahr 1957 fügte er der Methodik prähistorischer Studien durch den Einsatz von Wünschelrute und Pendel eine neue Dimension hinzu. Er fand , daß mit diesen Methoden Objekte datiert und auch manchmal etwas über ihren Verwendungszweck herausgefunden werden konnte. Im Laufe seiner Arbeit, die zu vielen Veröffentlichungen führte, löste er sich zunehmend von den orthodoxen Auffassungen seiner Zunft und kam zu einer Welt neuer geistiger Erfahrungen. Nach seiner Meinung dienten die megalithischen Steinkreise und Fluchten als Navigationshilfen für außerirdische Besucher und fand sich damit in Übereinstimmung mit den Ansichten Erich von Dänikens, mit dem er dann auch zusammenarbeitete, was seinen ehemaligen Zunftkollegen einen Aufschrei des Entsetzens entlockte.

Bei dem Versuch den Merry - Maidens - Steinkreis in Cornwall mit Hilfe von Pendeln zu datieren, erhielten er und seine Frau starke Stromschläge. Er selbst vermutete, daß diese in den Steinen gespeicherte Energie von Leuten herrührt, die hier im Kreis getanzt haben.

Er war auch nicht der erste, der mit der Hilfe von Pendel und Wünschelrute den Geheimnissen der Steine auf der Spur war . Schon 1939 hatte der Kurator der britischen und römischen Altertümer am Britischen Museum Reginald Smith eine Abhandlung veröffentlicht, in der er behauptete, daß alle Steinkreise und prähistorischen Hügelgräber auf Zentren starker Ströme errichtet seien, was jeder Rutengänger auch selbst aufspüren könne. Einige Jahre vorher hatten seine französischen Kollegen Merle und Giot ganz ähnliche Untersuchungsergebnisse aus Carnac in der Bretagne veröffentlicht. Die dynamischen Eigenschaften megalithischer Stätten werden auch heute immer wieder sowohl von Rutengängern wie auch von technischem Gerät bestätigt.

Doch es gibt noch weitere interessante Aspekte der megalithischen Steinsetzungen. Sein bekanntester ist der eines astronomischen Observatoriums und der hervorragendste und bekannteste Vertreter ist das Observatorium von Stonehenge in Cornwall in Großbritannien.

Cornwall spielte im atlantischen Reich eine hervorragende Rolle, denn es war der Ursprung der großen Zinnlieferungen, die den Wohlstand und die politische und militärische Macht des atlantischen Reiches begründeten. Es floß sehr viel Geld nach Großbritannien und es wurde im Laufe der Entwicklung des atlantischen Reiches zu einem bevorzugten Siedlungsplatz der Atlanter. Denn es besaß zwei traditionell im atlantischen Reich hochgeschätzte Vorteile : Es war eine Insel und bot damit Sicherheit gegen äußere Feinde und es bot hervorragende Weideflächen für die traditionelle Rinderzucht.

So ist auch die Entwicklung von Stonehenge zu verstehen, das sich aus einem einfachen Observatorium in ein hochkompliziertes von geheimnisvollen Kräften umgebenes Gebilde verwandelte, das auch den heutigen Menschen noch in seinen Bann zieht, und in der westlichen Welt zum Symbol für die Kräfte geworden ist, welche die Anfänge der kultivierten Menschheit bestimmt haben. Dazu zählt auch das atlantische Reich und das nach seinem Untergang noch lange überlieferte Wissen seiner Priester, die man dann später in Großbritannien Druiden nannte.

Wenn heute am Morgen des längsten Tag des Jahres die Leute von Amesbury in der Nähe von Stonhenge sich bei den Steinen versammeln, um die Sonne hinter dem Helstein aufgehen zu sehen, dann machen sie es aus alter Tradition. Denn so lange man zurückdenken kann, haben es die Menschen so gemacht. Heute befinden sie sich wieder in Gesellschaft der Anhänger des Ordens der Druiden, der nach vielen Jahrhunderten der Unterdrückung durch Römer und Christen in der Zeit der Aufklärung des 18. Jahrhunderts allmählich wieder zum Leben erwachte. Dies allerdings mit großen Einschränkungen, denn das ursprüngliche umfangreiche alte Wissen der Druiden, das nur mündlich überliefert werden durfte, um Mißbräuche zu vermeiden, ist zum größten Teil in der Zeit der Unterdrückung und Verfolgung verlorengegangen und muß mühselig von den neuen "Druiden" aus verbliebenen Resten rekonstruiert werden.

So stellte im Jahr 1740 n. Chr. der druidische Neuerer Reverend William Stukeley fest, daß die Mittelachse von Stonehenge, und die Zufahrt, die von ihr wegführte, genau nach Nordosten weist, wo die Sonne aufgeht, wenn die Tage am längsten sind. Er zitierte Plutarch und andere klassische Autoritäten , die über die alte Praxis berichteten, Tempel nach dem Sonnenaufgang am Mitsommertag auszurichten. Von der Richtung der Mittelachse ausgehend errechnete er, daß die druidischen Architekten den magnetischen Kompaß benutzt haben mußten, und über die Berechnung der Änderung der magnetischen Abweichung über die Jahrhunderte ermittelte er das Jahr der Entstehung von Stonehenge auf 460 v. Chr. Damit lag er besser als seine Vorgänger, die Stonehenge in die Zeit der Römer datiert hatten, denen man in der Zeit der absoluten geistigen Herrschaft der christlichen Kirchen alles Alte unterschob. Man war dabei offenbar bestrebt , alles was mit der "heidnischen" Kultur der vorrömischen und vorchristlichen Zeit zu tun hatte, als nicht existent zu betrachten, damit es umso besser der Vergessenheit anheimfallen konnte. Dieses Verhalten bewährte sich dann auch für etliche Jahrhunderte und würde weiter unser Denken bestimmen, wenn nicht im Inneren der Menschen das Wissen über die alten Kulturen erhalten geblieben wäre und die Wissenschaft neue Methoden der Zeitbestimmung gefunden hätte, die diese Mißdeutungen heute richtigstellen können.

Auch der weiteren Zufahrt , die nach ca 500m nach Südosten abbiegt, schenkte Stukeley seine Aufmerksamkeit und entdeckte, daß sie genau auf einen über den Bergkamm des Haradon Hill hinausragenden Hügel zulief. Am Morgen des 11. Mai 1724 stand er auf diesem Haradon Hill und stellte fest, daß die Ebene hinter den Hügeln durch die Strahlen der Sonne so beleuchtet wurde, daß sich die Hügel davor wie auf Flammen schwebend abhoben. Er war damit einer der ersten, der entdeckte , daß die wichtigen Bauwerke der Atlanter in Beziehung zur Landschaft und zu den Gestirnen errichtet wurden, womit er bewies, daß die Priester der Atlanter - wie auch die Chinesen, durch die diese Wissenschaft bis in die heutige Zeit überliefert wurde - die Wissenschaft der Geomantie oder des Feng-Shui, wie es in China heißt, beherrschten.

Ein Zeitgenosse von ihm war John Wood , Architekt in Bath, der sich durch hohe Vorstellungskraft und wissenschaftliche Genauigkeit seiner Landvermessungen auszeichnete. Er entdeckte, daß der druidische Zentraltempel in Bath so errichtet war, daß jeder ins Auge fallende Punkt in der Landschaft in eine sakrale Beziehung zum Tempel gesetzt worden war. Die sieben Hügel von Bath waren je einem der Himmelskörper gewidmet, im Zentrum stand der Tempel und die Universität der Priester.

John Wood stellte in seinem Werk "Choir Gaure, gemeinhin Stonehenge genannt", das 1747 veröffentlicht wurde, fest, daß die Anzahl und die Anordnung der Steine astronomische Zyklen repräsentiere. Dieses wurden von späteren Autoren untermauert. So veröffentlichte Dr. John Smith im Jahr 1770 sein Werk :"Choir Gawr, das große Planetarium der alten Druiden, Stonehenge genannt ",in dem er weitere astronomische Daten und Regeln , die er herausgefunden hatte, aufzeigte.

Der irische General Vallencey kam noch ein ganzes Stück weiter. In seinem 1798 veröffentlichtem Werk "Oriental Collections" verglich er das druidische astronomische System mit dem der Inder und Chaldäer und stellte erstaunliche Übereinstimmungen fest , wobei er offenbar noch nicht ahnte, daß er sich auf ein und derselben Spur, nämlich auf der der alten Atlanter und ihren Siedlungsräumen, befand. Ähnlich ging es seinem Zeitgenossen Maurice der in einem in "Indian Antiquities " veröffentlichtem Artikel zu vergleichbaren Ergebnissen kam.

Godfrey Higgins veröffentlichte dann im Jahr 1829 zum ersten Mal eine auf astronomischen Überlegungen basierende Schätzung des Alters von Stonehenge und kam auf das Entstehungsdatum von etwa 4000 v. Chr. was nach unserem heutigen Wissen für die Anfänge wohl zutreffen könnte. Sein Kollege Wansey würdigte "die für die Beobachtung der Himmelskörper denkbar beste Lage von Stonehenge" und die Kenntnisse der Druiden und kam 1796 nach einem Vergleich der astronomischen Kenntnisse der Druiden , der Bramahnen und der Chaldäer zu dem Schluß , daß ein gelehrter Brahmane, als letzter überlebender Repräsentant des alten Wissens, sicher vom Sinn und Zweck der Anlage weit mehr erfassen könnte als ein normaler Sterblicher.

Trotz aller Gegenargumente setzte sich im 19. Jahrhundert die Meinung offiziell durch, daß Stonehenge etwas mit den Sternen zu tun haben müßte. Die veröffentlichten Details blieben jedoch weiterhin umstritten. Immerhin läßt sich die Haltung der Wissenschaft in den Worten eines weiteren Autors, des Reverend E. Duke, zusammenfassen, der feststellte: "Die Astronomie tritt hier als Wissenschaft früh in Erscheinung, und jene die diese Bauwerke erstellten, besaßen ein Wissen, vor dem wir in Ehrfurcht und Bewunderung verharren sollten."

Im Jahr 1901 befaßte sich dann der bedeutende Astronom und Wissenschaftler Sir J. Norman Lockyer mit Stonehenge, nachdem er zuvor ägyptische Tempel vermessen hatte. Hier hatte er bestätigt gefunden, daß die Tempel jeweils so erbaut waren, daß bei der Grundsteinlegung die Achse des Tempels genau in Richtung des aufgehenden zugeordneten Sterns lag. Diese Sterne, von denen Lockyer acht fand, waren jeweils in der ägyptischen Religion einem bestimmten Gott zugeordnet, dem auch der Tempel geweiht war, wie vorhandene Inschriften bewiesen. Es war also möglich, aus der Lage der Tempelachse und dem Wissen um den zugehörigen Stern, das Gründungsjahr des Tempels festzustellen. In einigen Fällen gelang es Lockyer auch, diese Theorie zu bestätigen. in anderen war es ihm nicht möglich, den zugehörigen Stern zu identifizieren.

Mit diesem Wissen ging Lockyer an die Vermessung von Stonehenge und stellte fest, daß als Gründungsjahr das Jahr 1820 v. Chr. in Frage kommt. Es war allerdings nötig, eine Toleranz von +- 200 Jahren anzugeben, da durch Veränderungen an den Steinen ihre exakte ursprüngliche Zuordnung nicht sicher ist. In neuester Zeit durchgeführte Radiokarbonmessungen haben aber dieses Datum bestätigt. Auch aus der Geschichte des atlantischen Reiches betrachtet, wäre dies ein passender Termin für die Gründung einer großen Tempelanlage auf den "kassiterischen Inseln", wie sie damals genannt wurden, gewesen.

Doch für die Bedürfnisse der bäuerlichen Wirtschaft genügte ein astronomisches und meteorologisches Zentrum nicht. Die Entfernungen und die entsprechende Zeitverzögerung für die Überbringung der Nachricht war zu groß. Es gab deshalb in vielen Landesteilen des atlantischen Reiches einfachere astronomische Anlagen, mit deren Hilfe sich die Jahreszeiten und die Termine für Aussaat und Ernte, und was sonst wichtig war, bestimmen ließen. Von ihnen sind besonders im Bereich der britischen Inseln eine ganze Reihe, oft auch noch in relativ gutem Zustand , erhalten. Dazu zählen: der Drumbeg Steinkreis im Bezirk York, Callanish auf den Hebriden, der Tregeseal - Steinkreis bei St. Just, Castle Rigg bei Keswick in Cumberland, der Boscawen - un Kreis bei Landsend in Cornwall und viele andere.

Bei ihrer Untersuchung auf besondere Daten stellte sich immer wieder heraus , daß außer der Sommer - und Wintersonnenwende auch Tage im Mai und im November markiert waren. Es ist wahrscheinlich, daß damit Daten für Feierlichkeiten zu Beginn und zum Ende des bäuerlichen Jahres gekennzeichnet wurden, die sicher auch bestimmten Göttern geweiht waren. Auch in Stonehenge wurden Markierungen für diese Tage gefunden und man konnte erkennen , daß sie bereits lange vor den Markierungen für die Sonnenwenden existierten, sodaß das von Higgins genannte Datum von 4000 v. Chr. für den Anfang der Anlagen durchaus zutreffen kann.

Doch nicht nur Steinkreise wurden zur Bestimmung wichtiger Daten benutzt.

Es genügte oft von einem Stein aus einen besonders markanten Punkt in der Landschaft, beispielsweise die Spitze eines Berges oder Felsens als zweiten Peilpunkt zu benutzen. Gab es diesen Punkt nicht in natürlicher Form , zum Beispiel in ausgedehnten Ebenen oder in Gelände mit flachen Hügeln ohne markante Struktur, so wurde in größerer Entfernung ein zweiter Stein aufgestellt. Ein dritter und ein vierter in anderer Richtung markierte dann weitere Daten. Da diese Steine sehr wichtig waren, wurden sie an Stellen aufgestellt, die von den Priestern als dafür besonders geeignet befunden worden waren.

Handelte es sich um ein gut besiedeltes wohlhabendes Gebiet, so waren diese Steine oft sehr groß und entsprechend schwer. In der Bretagne und der Vendee in Frankreich sind Menhire, wie sie dort genannt werden, von 7m Höhe keine Seltenheit. Diese Steine, die bevorzugt aus Granit bestehen, wurden oft über viele Kilometer herantransportiert. Sie haben meist eine nach oben hin sich verjüngende konische Form und wurden oft mit einem halbrunden Kopf oder einer abgerundeten Spitze versehen, um eine genaue Peilung zu erleichtern. In diesem Zusammenhang ist interessant, daß im alten Kanaan, das ebenfalls Menhire kennt , die Gottheit in einem nach oben hin konisch zulaufenden Stein, also auch beispielsweise in einem Menhir der beschriebenen Form, verehrt wurde. Daß dabei oft auch phallusförmige Gebilde entstanden, war vielleicht ein Nebeneffekt, vielleicht aber auch beabsichtigt. Der Fruchtbarkeitskult spielte jedenfalls bei der vorwiegend bäuerlich orientierten atlantischen Wirtschaft eine große Rolle. Auch in späterer keltischer Zeit wurden die Menhire noch oft als Fruchtbarkeitssymbole betrachtet und entsprechend aufgesucht.

Um einen Menhir tanzende Mädchen waren jedoch für viele christliche Eiferer und Moralapostel ein heidnischer Greuel. Man stürzte die Menhire um und vergrub oder zerschlug sie. Nur die größten und schwersten widerstanden den Beseitigungsversuchen. Deshalb ist es heute manchmal sehr schwer, das System, in dem sie aufgestellt wurden, zu erkennen. Durch das Umstürzen und das oft erst in jüngster Zeit erfolgte Wiederaufrichten sind auch nicht selten die ursprünglichen Ausrichtungen nur ungenau wiederhergestellt worden. Dies ist zum Teil auch darauf zurückzuführen, daß lange Zeit, und das gilt stellenweise auch noch heute, nicht bekannt war, wie wichtig gerade auch dieser Punkt ist. So gibt es immer wieder den Fall, daß ein besonders stattlicher Menhir von seinem ursprünglichen Platz im Feld, auf dem er die moderne, mit Großgeräten betriebene Landwirtschaft stört, entfernt und am Rande des Feldes oder in einem Park vor dem Rathaus wiederaufgestellt wird. Ein moderner Kulturfrevel aus Unwissenheit .

Ähnlichen Freveltaten waren über Jahrhunderte die Großsteingräber oder Dolmen, wie sie in Frankreich genannt werden , ausgesetzt.

Man wußte zwar schon seit langer Zeit, daß es sich hierbei um Grabstätten handelte. Da es aber "heidnische" "ungeweihte" Bestattungsorte waren, war der Respekt vor ihnen nicht sehr groß. Vor allem in neuerer und neuester Zeit, in der den Landwirten starkes technisches Gerät zur Verfügung steht, wurden solche in den Feldern liegenden Grabstätten, die schon lange bei der Bestellung der Felder hinderlich waren, zerstört und die Steine vergraben oder in wirrem Haufen am Feldrand deponiert.

Auch bei diesen Gräbern ging damit der ursprüngliche, von den Priestern nach bestimmten Gesichtspunkten ausgewählte Ort der Grabstätte verloren. Diese Gesichtspunkte sind uns zwar heute nicht mehr bekannt , aber wir haben durchaus noch die Antenne dafür . Denn selbst dem heutigen Menschen wird beim Aufsuchen dieser Stätten bewußt, ob es sich um einen originalen oder um einen Ersatzplatz handelt. Denn nur den Originalplatz umgibt der Zauber, der von unbewußt empfundenen Erdkräften und der umgebenden Landschaft ausgeübt wird.

Oft wird jedoch heute der Besucher einer solchen frühgeschichtlichen Stätte durch Absperrungen und Zäune daran gehindert, diesen Zauber wahrzunehmen. So sind heute die großen Anlagen von Carnac in der Südbretagne nur noch von ferne zu bewundern. Bei diesen Anlagen, über deren Ursprung und Bedeutung viel gerätselt wurde und offiziell auch noch wird, handelt es sich offenbar um Versammlungsplätze der Bewohner des Atlantischen Reiches im Bereich der Küsten des Atlantiks, der Nordsee und vielleicht auch noch von Delegationen aus den Bereichen der Ostsee .

Diese Plätze sind mit ihren Steinreihen alle auf einen Steinkreis, einen sogenannten Cromlech, ausgerichtet, in dessen Mitte ein großer Altarstein liegt. Dieser Altarstein ist so angeordnet, daß hinter ihm an bestimmten Tagen im Mai die Sonne untergeht. Wie auch aus den britischen alten Steinkreisen bekannt, waren diese Tage besondere Festtage im bäuerlichen Jahr der Atlanter. Die Saat war eingebracht, die Maisonne brachte die ersten sommerlichen Tage und es war Zeit, die Götter um ein gutes Wachsen und Gedeihen und um eine gute Ernte zu bitten und ihnen zu opfern. Doch auch an die Fruchtbarkeit des Volkes wurde gedacht. Bei dem großen Volkstreffen wurden Bekanntschaften gemacht, Ehen geschlossen und Kinder gezeugt, die vor Beginn des neuen Bauernjahres geboren und in ihren ersten Lebensmonaten von der aufsteigenden Sonne begleitet wurden. Dieser Lebensrythmus war den Bauern und Viehzüchtern von ihren Tieren her bekannt, und brachte erfahrungsgemäß die besten Ergebnisse. Feierliche Riten und Opferhandlungen vor der untergehenden Sonne brachten für die nachfolgenden Schmausereien und Bezeugungen der gegenseitigen Zugehörigkeit die richtige Einstimmung.

Die Südbretagne bot ideale Voraussetzungen für ein solches Treffen der atlantischen Völker zu dieser Jahreszeit. Die weiten Heideflächen ohne Wald boten Platz für eine riesige Volksmenge. Flache und tief in das Land eindringende Meeresbuchten nahmen ohne Probleme eine große Menge Boote auf. Die Halbinsel Quiberon bot Schutz vor den großen Wellen des Atlantik und das Morbihan, "das kleine Meer" war ein natürlicher Hafen für Tausende von Booten. Hinzu kam die zentrale Lage mit gleicher Entfernung nach Südspanien und Dänemark. Kein heutiger Planer hätte einen besser geeigneten Ort für eine solche Veranstaltung finden oder schaffen können.

Und so entstanden dann an dieser Stelle, wahrscheinlich nacheinander, um der wachsenden Volksmenge gerecht zu werden, die riesigen Alignements. In kilometerlangen Reihen stellten die Sippen, durch die planenden Priester angeleitet, ihre Steine auf. Vorn und in der Mitte, auf den Plätzen mit der besten Sicht, standen die großen, alten und mächtigen Sippen und wetteiferten in der Größe und Schönheit ihrer Steine. Nach hinten und nach den Seiten zu wurden die Steine kleiner und unbedeutender entsprechend dem sozialen Stand ihrer Ersteller. Das ganze hatte einen Stil und eine Logik und dokumentiert darüber hinaus eine Verbundenheit mit den Kräften der Natur, wie sie von heutigen Großanlagen nicht erreicht wird. Jeder wußte ,wo er hingehörte, es gab kein Gedrängel, keine Parkplatzprobleme und jeder konnte sich zwischen den Veranstaltungen frei bewegen und fand doch immer wieder zu seinen Leuten und zu "seinem Stein".

Wer angesichts solcher Planungen und Bauten nicht erkennen will oder kann, daß hier eine geistige Kapazität vorhanden war, die sich durchaus mit der des Menschen von heute messen kann, muß selbst geistig blind sein oder seine Augen aus irgendwelchen gesellschafts- oder machtpolitischen Gründen vor der Wahrheit verschließen. Es ist nur zu wünschen, daß falsch verstandenes Schutzbedürfnis nicht weiterhin dazu führt, daß diese bedeutenden Stätten unserer Vergangenheit durch Zäune den Menschen unserer Zeit, die Erkenntnis bitter nötig haben, vorenthalten werden. Denn nur wer, vielleicht noch dazu an einem nebligen Maimorgen, Carnac ohne Zäune in seiner ursprünglichen Form erlebt, wird in seinem Inneren die Bedeutung dieses Platzes spüren und Ergriffenheit wird ihn packen, gleich der, die ihn erfaßt, wenn er eine Kathedrale betritt.

Ähnliches gilt für die kaum bekannten Megalithstätten Spaniens. Denn wer weiß schon, daß der Ursprung der Megalithkultur wissenschaftlich eindeutig bewiesen in Südspanien liegt. So reisen dann die vielen Besucher Sevillas, Cordobas und Granadas an der uralten Stadt Antequera vorbei, ohne zu wissen, daß sich hier Bauwerke befinden, die für sie eine weit größere Bedeutung haben, als die Schöpfungen der Mauren, wenn sie vielleicht auch nicht so schön sind. Es sind die Bauwerke ihrer Vorfahren, die hier um 2000 v. Chr. in einer eindrucksvollen Landschaft am Übergang von der andalusischen Ebene in die Berge Malagas bewiesen haben, daß sie mehr konnten, als mit Pfeil und Bogen bewaffnet dem Wild nachzustellen.

In Antequera befinden sich nämlich die bedeutendsten megalithischen Dolmen der vorgeschichtlichen Welt, die sich im Alter und in der Ausführung durchaus mit den Königsgräbern Ägyptens vergleichen lassen, wenn sie auch nicht so prächtig sind. So befindet sich an der Ausfahrt nach Granada ein künstlicher Hügel, der zwei Ganggräber enthält. Das größere, die Cueva de Menga, ist 25 m lang, 2,7 m hoch und an der breitesten Stelle 6,5 m breit. Seitenwände und Decke bestehen aus rechtwinklig geschnittenen Steinplatten, die fast fugenlos aneinandergefügt sind. In der Mitte des Ganges stützen drei mächtige, rechteckige Pfeiler, die gewaltigen Deckplatten, von denen die größte 180 t wiegt. Sie und die anderen wurden aus mindestens 1 Km Entfernung herangeschafft. Dies geschah etwa 2500 v. Chr., also in der gleichen Zeit, in der in Ägypten die Pyramiden in einer ähnlichen Megalithtechnik erbaut wurden. Interessanterweise ist der Eingang des Hauptgrabes auf einen die Landschaft dominierenden separat stehenden Berg ausgerichtet. Die Natur bot also hier auf natürliche Weise das, was in der Wüste Ägyptens mühselig künstlich errichtet werden mußte. Im selben Hügel befindet sich ein kleineres Ganggrab, die Cueva de Viera, das wohl für Angehörige der Königsfamilie bestimmt war.

Etwas weiter außerhalb, an der Straße nach Malaga, liegt ein weiteres Hügelgrab, die Cueva de Romeral, das auf 1800 v. Chr. datiert wird. Es ist in meisterhafter Weise in einer offenbar neueren Technik errichtet worden, die auch in Westfrankreich in weit einfacherer Form anzutreffen ist. Die Seitenwände bestehen hier aus exakt aufgeschichteten handlichen Steinplatten und nur die Decke des Ganges ist in Großsteinplatten ausgeführt. Dafür wartet hinter dem Gang ein besonderer Leckerbissen auf den Kultur-, Architektur- und völkerkundlich interessierten Besucher.

Der Gang mündet nämlich in zwei hintereinanderliegende große kreisrunde Kuppelgewölberäume, die in der uralten Technik des Kraggewölbes mit abschließendem großen Deckstein ausgeführt sind. Alles ist so exakt und meisterlich gemacht, daß es 3800 Jahre und sicher etliche Erdbeben ohne größeren Schaden überstanden hat. Die Verwendung eines Kuppelgewölbes mit Mittelöffnung an dieser Stelle im Jahr 1800 v. Chr. ist deshalb besonders interessant, weil gemeinhin die Hagia Sophia in Istanbul als Mutter aller Kuppelgewölbe angesehen wird, der dann San Marco in Venedig und die südfranzösischen Kirchen in Cahors und Perigeux folgten. Alle diese Kirchen liegen im Siedlungsgebiet der Goten, die auch in Verona und Ravenna bewiesen haben, daß sie eine besondere Vorliebe für das Kuppelgewölbe hatten. Da die Goten schließlich auch Atlanter waren, und offenbar nicht die schlechtesten Vertreter dieses einfallsreichen und kunstfertigen Volkes, könnte die Technik des Kuppelgewölbes durchaus von Spanien nach Südrußland und dann wieder zurück gewandert sein.

Auch in Almeria, der östlichsten Stadt Andalusiens, finden sich reichlich Spuren aus vorgeschichtlicher Zeit. Der eigentliche Stadtbereich mit dem alten Hafen ist zwar von Anlagen aus neuerer Zeit zugebaut, aber 26 Km nördlich liegt das Ausgrabungsgebiet von Los Millares auf einem Hügel oberhalb des Rio Andarax das die für damalige Zeit beachtliche Größe einer heutigen Kleinstadt aufweist und zu einem erheblichen Teil aus Höhlen besteht. Die befestigte Siedlung ist mehr als 4000 Jahre alt und der Ursprungsort der berühmten Glockenbecher, die einer ganzen mitteleuropäischen Kulturepoche ihren Namen gegeben haben. Auch eine Reihe weiterer Fundstätten in der Provinz Almeria weist darauf hin, daß dieses Gebiet in der Jungsteinzeit dicht besiedelt war. Viele der Siedlungen liegen in der Nähe von reichen Erzvorkommen in denen Metalle wie Silber und die Grundstoffe für die Bronzeherstellung gewonnen wurden. (El Argar Kultur)

Auch die Funde in diesen andalusischen Orte zeigen , daß zwischen etwa 4000 und 2000 v. Chr., das Zentrum der Kultur Europas und damit die Zentrale des atlantischen Reiches in Südspanien lag und daß sich von hier aus Wissen und Kultur über die Länder Nord- und Mitteleuropas und über den Raum des Mittelmeeres verbreiteten.

Der alte gerade Weg (17)

Im Jahre 1922 wurde von Alfred Watkins, der in Hereford in England lebte, und seines Zeichens nach Kaufmann mit einem regen und breitgefächerten Interesse an Wissenschaft und Altertümern war, eine neue Komponente der ersten Kulturen auf der Erde entdeckt. Er veröffentlichte sie in seinem Buch : Frühe Britische Trassenpfade. Später wurde seine Theorie auch von anderen aufgegriffen und wird heute unter dem Namen : "Der alte gerade Pfad" in der Wissenschaft behandelt.

Watkins fand heraus, daß gewisse heilige Stätten des Altertums in geraden Fluchtlinien erbaut worden waren. Diese Linien erstreckten sich über viele Meilen und stimmten mit den prähistorischen Trassen überein, die in den Anfangszeiten des Reisens entstanden waren, als die Menschen noch von einem Markierungspunkt zum nächsten eilten, wobei sie bemüht waren, ihr Ziel auf dem schnellsten Wege zu erreichen. Der schnellste Weg war die gerade Verbindungslinie vom Anfangspunkt der Reise zu seinem Endpunkt. Die Markierungspunkte einer langen Reise lagen also so, daß möglichst wenig von der Ideallinie abgewichen werden mußte. Nur ein auf der Linie liegender Sumpf oder ein nicht zu bewältigender Steilhang konnte eine leichte Abweichung rechtfertigen.

Die Markierungspunkte, die so angeordnet sein mußten, daß sie vom zuletzt erreichten Punkt sichtbar waren, bestanden aus megalithischen Steinen, Steinkreisen und Grabhügeln, alten Steinkreuzen und Kreuzwegen, heiligen alten Bäumen oder deren ursprünglichen Standorten, heiligen Brunnen, alten Siedlungen, Thingstätten und anderen Versammlungsorten, Einsiedeleien, auf vorchristlichen heiligen Stätten erbauten Kirchen und Kapellen, Leuchtfeuern auf den Bergen, alten Wachttürmen, Steinpyramiden auf Bergrücken, Einschnitte in Hügeln und ähnlichen natürlichen oder künstlich geschaffenen Merkmalen, die als Orientierungshilfe verwendbar waren.

Er stellte auch fest, daß noch heute existierende Straßen auf großen Strecken auf diesen Linien von Monument zu Monument verliefen. Diese Straßen waren oft auf den Rang von Nebenstrecken herabgesunken, weil sie die großen Städte nicht berührten, teilweise waren auch nur noch Überreste, wie alte Steinbrücken über Bäche, von ihnen vorhanden. Watkins war von dieser Entdeckung so fasciniert, daß er den Rest seines Lebens damit zubrachte, Überlieferungen und physisch vorhandene Beweise zu sammeln, um seine zunächst nur intuitiv entstandene Idee zu stützen.

Im Jahr 1925 brachte er dann sein Buch "Der alte gerade Pfad" heraus, in dem er den von ihm erforschten gesamten Komplex des "Ley - Systems" , wie er es nannte , vorstellte. Das Buch ist eine Zusammenstellung alter Legenden und Bräuche, altertümlicher Besonderheiten und seinen eigenen topographischen Beobachtungen, die allesamt auf eine Schlußfolgerung hinausliefen : Die vom Menschen verursachte Gestaltung der britischen Landschaft mit all ihren Trassen, heiligen Stätten, Monumenten und Siedlungen und den mit diesen verbundenen Traditionen ist nicht aus dem Zufall heraus, sondern über Jahrtausende hinweg aus einer, von den atlantischen Landvermessern zu Beginn angelegten Konfiguration entstanden. ( In diesem Zusammenhang ist vielleicht interessant, daß "Ley" im spanischen "Gesetz" bedeutet, und daß diese Bezeichnung möglicherweise noch aus atlantischer Zeit stammt und deshalb von Watkins gewählt wurde.)

Er entdeckte hinter den modernen Strukturen des Landes ein Netz von Linien und Zentren, arrangiert nach universellen Prinzipien, aber überall in Bezug zu den örtlichen topographischen Gegebenheiten und den jahreszeitlich relevanten Stellungen der Himmelskörper gesetzt. Dies ist nichts anderes, als das aus der gleichen alten Zeit vor etwa 5000 Jahren stammende chinesische "feng - shui", die alte chinesische Wissenschaft der Landschaftsarchitektur.

Diese Form der sogenannten Geomantie wurde also offenbar auch von den atlantischen Landvermessern beherrscht und dies beweist einmal mehr, daß das ursprüngliche alte Wissen allen alten Kulturen in gleicher Weise bekannt war. Es war von den "Göttern" sowohl der atlantischen wie der iranisch - indischen wie auch der chinesischen "Quellkultur" als Starthilfe mitgeteilt worden.

Watkins selbst war kein Astronom , aber er fand anfangs selbst und dann mit Unterstützung von Admiral Somerville, dem letzten lebenden Astronomen aus der Ära Lockyer heraus, daß mehrere seiner Leys, die er ursprünglich aufgrund topographischer Zusammenhänge aufgespürt hatte, nach den Sonnenwendpunkten der Zeit um 3000 v. Chr. ausgerichtet waren, und damit mit Lockyers astronomischen Ausrichtungen übereinstimmten.

Die anfängliche Begeisterung , die seine Veröffentlichungen auslösten, und die zur Bildung des "Old Straight Track Club" führten, legte sich bald infolge der Ablehnung , die er von der konservativen englischen akademischen Archäologie erfuhr. Immerhin wurden die Forschungsergebnisse , die umfangreiches Material über die Leys in Großbritannien und darüberhinaus enthalten, dem Museum von Hereford übergeben und werden dort aufbewahrt.

Ein deutsches "Gegenstück" zum Engländer Watkins fand sich in dem evangelischen Pfarrer Wilhelm Teudt, einem Zeitgenossen. Er fand, unabhängig von den Ideen Watkins und ganz auf germanisch - deutsch abhebend, heraus, daß, ausgehend vom Teutoburger Wald mit den Externsteinen und der ehemaligen Irminsul, die erwiesenermaßen in der kulturellen und religiösen Anfangsgeschichte Deutschlands oder besser Germaniens eine große Rolle spielte, sich ein System von Fluchtlinien ergab, das alle heiligen Stätten des gesamten nördlichen Deutschlands miteinander verband.

Nach Teudt lassen sich die astronomischen Beziehungen dieser Orte von der alten Abfolge der Festtage ableiten. Von ihren Versammlungsstätten hätten die Leute damals die Sonne in Richtung eines bekannten Merkmals ausgemacht. Dies war sowohl eine spirituelle Aufforderung wie auch eine praktische Möglichkeit zur Festlegung des Festtagsdatums . Man machte dann diese Merkmale selbst zu Heiligtümern, bei denen wieder der Bedarf nach neuen Peilpunkten entstand. So erhielt man allmählich ein Netz von gerade verlaufenden Linien , das sich über ganz Norddeutschland erstreckte.

Im Jahr 1929 veröffentlichte er dann sein Buch "Germanische Heiligtümer" dessen nationalistische Parolen von der Überlegenheit der germanischen Rasse in gewissen Kreisen gerne aufgenommen wurden und leider den wissenschaftlichen Inhalt seiner Erkenntnisse überdeckten. Im Grunde hatte er für Norddeutschland, das ja auch zum atlantischen Siedlungsraum gehörte, genau das gleiche wie Watkins in England festgestellt, daß nämlich alle heiligen Orte in einem astronomisch ausgerichteten Netz lagen. Über die Entstehung dieses Netzes war er zwar anderer Meinung als Watkins, aber das lag möglicherweise nur an seiner zeitbedingten germanischen Verblendung. Vielleicht fehlte ihm aber auch die innere Beziehung zum atlantischen Gedankengut, die viele Briten aufgrund ihrer intensiven atlantischen Geschichte auszeichnet.

Auch in Frankreich fanden sich Vertreter der Ley - Theorie auf der Basis eigener Untersuchungen. So gibt es einen Pfarrer in der Nähe des alten geographischen Zentrums Galliens, Alesia, der weitreichende Untersuchungen über die Namensgleichheit oder zumindest Namensähnlichkeit von Orten machte, die auf geraden Linien lagen, die sich oft hunderte von Kilometern über das Land hinzogen. Er stellte fest, daß Alesia, bei dem Caesar die Gallier entscheidend schlug, und damit Gallien praktisch eroberte, der Ausgangspunkt vieler dieser Linien war.

Offenbar befand sich hier ein altes Heiligtum aus atlantischer Zeit , das, ähnlich wie die Externsteine im Teutoburger Wald in Deutschland, eine zentrale Bedeutung hatte. Auch die Tatsache, daß bei diesem heute unbedeutendem Ort die entscheidende Schlacht gegen die Römer geschlagen wurde, weist darauf hin. Die Parallele zur Schlacht im Teutoburger Wald, bei der allerdings die vereinten Stämme der Germanen die Römer schlugen und damit die Besetzung und Eroberung Germaniens verhinderten, ist unverkennbar.

Es ist auch für den Amateur nicht schwer, dieser Theorie zu folgen . Es genügen dafür oft die aktuellen Karten Frankreichs und ein Abfahren der gefundenen Strecken, denn glücklicherweise hat sich in Frankreich auf Grund des relativ günstigen Klimas, das die unbefestigten Straßen nicht, wie in Deutschland, oft in Schlammpisten verwandelte und deshalb zu Abweichungen zwang, die gute Sitte erhalten, ein Ziel möglichst geradlinig anzusteuern. So verlaufen noch heute viele Straßen, oft in der Form von Nebenstrecken auf sochen "Leys". Die ähnlichlautenden Ortsnamen helfen tatsächlich oft bei ihrer Auffindung.

Hier ein Beispiel für die Trassen der alten Atlanter in Frankreich :

Es gibt es auf einer Linie, die, grob vermessen, in Richtung Ost - 35.5°- Nord zwischen dem ehemaligen atlantischem Hafenplatz St. Vincent sur Yard und der heutigen Südstadt von Tours, Joue le Tours über 200 Km verläuft , drei Orte mit der Bezeichnung Moutiers im Namen und etwa auf der Hälfte der Strecke vom Hafen nach Tours liegt die alte Stadt Thouars. Die Strasse verläuft im nördlichen Teil, in dem das Gelände relativ eben ist, mit einer maximalen Abweichung von fünf Kilometern von der Ideallinie. Im südlichen Teil, in dem es durch die Berge der Vendee geht, beträgt die maximale Abweichung 10 Km.

Wenn diese Abweichung , die relativ groß erscheint , nicht akzeptiert wird, beträgt der Anfangswinkel Ost - 42,5°- Nord , verläuft mit diesem Winkel bis zur Überschreitung der Berge und führt dann unter dem Winkel Ost - 20°- Nord über 35 Km auf die Ideallinie zurück. Auf dieser Linie liegen am Atlantik bis Km14 die Dolmen und Menhirfelder von le Bernard und Avrille, "das Carnac der Vendee" ; bei Km 63 die Antimon- und Uranminen des Mont Mercure, die wahrscheinlich zur Zeit der Atlanter auch Blei und Zinn geliefert haben; bei Km 83 der Dolmen von le Pin; bei Km 120 die alte Stadt Thouars ; bei Km 137 das Dolmenfeld von Les Trois Moutiers ; bei Km 159 das alte Königsschloß Chinon; bei Km 178 das Schloß Azay le Rideau; und endlich bei Km 200 die alte Stadt Tours mit dem Übergang über die Loire. Die Kilometerangaben sind in der Luftlinie gemessen, die tatsächlichen heutigen Straßenkilometer betragen etwas mehr .

Ein Beispiel aus Norddeutschland ist die Verbindung der früheren Flußübergänge bei Bremen und Hamburg über Zeven und Buxtehude. Die Abweichung von der Ideallinie beträgt hier nur zwei Kilometer. Eine andere, weitgehend erhaltene Trasse aus atlantischer Zeit läuft vom Elbübergang Wedel - Buxtehude durch die Heide nach Celle, im wesentlichen gleichlaufend mit der heutigen Bundesstraße 3. Die Trasse führte dann weiter in Richtung auf die Erz- und Zinnminen im Harz, die sicher entscheidenden Anteil am Interesse der Atlanter für Norddeutschland und die Hafenplätze an der Mündung der Elbe, wie Buxtehude und Stade, hatten.

Die an diesen Trassen einst vorhandenen Menhire und Dolmen, die in Norddeutschland "Hünengräber" genannt werden, sind leider teilweise der Landwirtschaft zum Opfer gefallen. Aus den großen Steinen wurden Gedenksteine für Kriegsgefallene oder Fundamentsteine für Kirchen. Bei Restaurierungsarbeiten an den Kirchen werden sie manchmal wieder ausgegraben. Nur Gräber , die in Waldstücken oder an landwirtschaftlich nicht nutzbaren Stellen lagen, blieben erhalten. Davon gibt es an der Trasse Buxtehude - Bremen noch 9 Gräber in Waldstücken oder am Geesthang bei Buxtehude, 4 bei Heeslingen, 30 bei Selsingen und 4 bei Kirchtimke. Die mit großer Wahrscheinlichkeit einstmals ebenfalls vorhandenen Menhire, die in den damals noch baumarmen Ebenen und leichten Hügeln als Peilpunkte dienten, haben leider größtenteils die bereits genannte Verwendung gefunden.

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Dolmen für die Toten, Menhire für die Lebenden.

Die unvergänglichen megalithischen Spuren der Atlanter in Europa, Afrika und Asien. (14)

Für die fortschrittlichen Archäologen Europas und Asiens gibt es heute kaum noch einen Zweifel am Vorhandensein eines Kulturvolkes, das seit ca. 4000 v. Chr. im westlichen Europa und später dann auch im vorderen Orient und in Asien, seine Toten in besonders aufwendigen Gräbern bestattete.

Aufwändig und auffällig waren diese Gräber vor allem dadurch, daß sie vorzugsweise aus sehr großen Steinen, deren Gewicht bis zu zweihundert Tonnen betrug, gebaut wurden und deshalb über Jahrtausende von einer kleineren , unorganisierten Menschengruppe, der keine starke Technik zur Verfügung stand, nicht zerstört werden konnten. Die Grabstörer konnten sich zwar bis zur Grabkammer vorarbeiten und diese ausrauben, was auch oft genug geschah, aber die eigentlche Grabanlage blieb bis in die heutige Zeit erhalten. Da es den Grabräubern im wesentlichen auf die in den Gräbern deponierten Metallgegenstände ankam, die einen sehr hohen Wert darstellten, ließen sie alles andere unbeachtet, sodaß auch beraubte Gräber für den Archäologen von heute eine oft reiche Fundstätte sind. Bei unberaubten Gräbern findet er hier oft gut gearbeitete Waffen aus Stein, Bronze oder Eisen, Schmuckstücke aus Knochen , Stein, Muscheln, Bernstein, Bronze oder Eisen. Dazu meist eine Fülle von Keramikbruchstücken, die sich oft wieder zu den urspünglichen Gefäßen zusammensetzen lassen und, wenn das Grab auf kalkhaltigem Boden errichtet wurde, auch aus den Gebeinen der dort Bestatteten. Material genug um bei dem heutigen Stand der Archäologie , Pathologie und Anthropologie weitreichende Erkenntnisse über das Leben , die Art, Krankheiten und medizinische Eingriffe und die wahrscheinliche Todesursache der Bestatteten zu gewinnen. Auch die Datierung der Gräber bedeutet mit den fortgeschrittenen Methoden der Altersbestimmung mit Radiocarbon und Thermoluminiszenz kein unlösbares Problem mehr und schafft endlich wissenschaftlich haltbare Klarheit gegenüber der alten Methode der vergleichenden Altersbestimmung. Sie war oft der Grund für viele voneinander abhängige Falschdatierungen , die noch immer in der wissenschaftlichen Literatur herumspuken und Anlaß zu vielen Fragezeichen bei älteren Altersangaben geben. Denn erst seit etwa 1950 waren dank der neuen Methoden die Voraussetzungen gegeben, die Grabanlagen der "Megalithkulturen" systematisch und nahezu unanfechtbar zu untersuchen und die Ergebnisse entsprechend auszuwerten und zu dokumentieren. Da diese neuen Methoden aber wissenschaftlich aufwendig und damit teuer sind, wurden neue Forschungen nur in den Ländern betrieben in denen ausreichend Geld dafür zur Verfügung gestellt wurde. An erster Stelle ist hier Frankreich zu nennen, das über eine große Anzahl an Megalithdnkmälern verfügt und sich mit großer Energie ihrer Erforschung widmet. Auch in Großbritannien, das wie vorher bereits beschrieben, schon seit langer Zeit von Amateuren erforscht wurde, gibt es seit 1960 wissenschaftliche Untersuchungen nach neuen Methoden. Dänemark hat schon seit langem die anerkannten Gräber seiner Vorfahren geachtet und erforscht. In Mecklenburg wurden zur Zeit der Deutschen Demokratischen Republik die jungsteinzeitlichen Anfänge der Bauernkultur, ihre Herkunft und damit auch die Megalithgräber intensiv erforscht und dokumentiert . Datierungen nach der Radiocarbonmethode sind aber nur spärlich vohanden und kaum dokumentiert.

Ähnlich sieht es im Gebiet der alten Bundesrepublik Deutschland aus.

In Niedersachsen, in dem sich der weitaus größte Teil der dortigen Megalithdenkmäler befindet wurde 1975 ein Atlas der Megalithgräber verfaßt, der aber, wie auch andere Literatur aus diesem Raum, keine internationale Verbreitung fand und deshalb z.B. in Frankreich nicht bekannt ist. Noch schlechter sieht es in Spanien und in Portugal aus. Seit etwa 1950 bemüht man sich in einzelnen Regionen um eine Bestandsaufnahme der megalithischen Denkmäler ohne bisher eine Vollständigkeit erreicht zu haben. Es besteht deshalb nach wie vor die Gefahr der Zerstörung durch Straßen- und andere Baumaßnahmen, da kein ausreichender Schutz gewährleistet ist. Der Respekt der Bevölkerung vor diesen Denkmälern einer Kultur, zu der infolge der Bevölkerungsumschichtung keine innere Beziehung besteht, ist in weiten Teilen des Landes- so in Andalusien- zudem gleich Null . Wenn dieses europäische Kulturerbe gesichert werden soll, müßte die Erforschung in europäischem Rahmen erfolgen. Da andererseits die Wurzeln der Megalithkultur in Südspanien vermutet werden und dies mit großer Sicherheit für die etwas spätere Glockenbecherkultur und die nachfogende westeuropäische Bronzezeit gilt, müßte ein eminentes Interesse in den westeuropäischen Ländern bestehen, das hier vorhandene Kulturgut zu sichern. Untersuchungen und Vergleiche der megalithischen Bauwerke in Westeuropa ( siehe hierzu auch die beigefügte Karte über die Verbreitungsgebiete der Megalithdenkmäler in Europa) haben ergeben (14), daß sich bestimmte Formen und Anordnungen der Bauwerke in vielen Ländern und Gebieten wiederfinden. Ähnliches gilt für die in den Gräbern gefundene Keramik und metallischen Gegenstände. Man kann daraus mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schließen, daß ein reger Ideen- und Warenaustausch zwischen den einzelnen Gebieten, die oft den Charakter einer Insel in einem Umfeld mit anderer oder primitiverer Kultur haben, stattfand.

Es ist deshalb nicht abwegig, von dem Entstehen eines Reiches nämlich des "Atlantischen" zu sprechen, das enge kulturelle, wirtschaftliche und wahrscheinlich auch militärische und damit politische Beziehungen unterhielt. Die Verbindungen unter den einzelnen Teilen dieses Reiches - den "Inseln" wie es die Ägypter nannten- liefen über das Wasser, sei es Meer oder die Flüsse. Wissenschaftlich erwiesen ist heute darüber hinaus, daß die Einführung des Ackerbaus zu nahezu gleicher Zeit wie die Erstellung der Megalithbauten stattfand. Für Dänemark liegen diese Zeiten bei 4200 v.Chr. für die Einführung des Ackerbaus und die ersten Dolmen gibt es seit der Mitte des 4. Jahrtausends.(14) In England wurden der einfache Dolmen von Carrowmore Nr.7 in der Grafschaft Sligo auf 3290 v. Chr. nach Carbon 14 datiert. Die Datierung der einfachsten Dolmen der französischen Atlantikküste ergaben die Zeit von 4600 v. Chr. . Um 4000 v. Chr. gab es hier bereits verschiedene aufwendig gebaute Formen von Grabmonumenten in denen nacheinander bis zu 200 Personen bestattet wurden. Die Keramik, die man in den Dolmen von 4600 v. Chr. fand war bereits hochentwickelt, mit rundem Boden, von guter Qualität und sehr wenig Dekor. (14) Um 3000 gab es hier die ersten Kupfergegenstände mittelmeerischen Ursprungs Um 2700 v. Chr. erschien die erste Keramik in Glockenbecherform und ab 4000 v. Chr. wurden bereits die ersten durch unterbrochene Gräben umfaßten großen Felder angelegt. Aus Spanien und Portugal liegen Erstellungsdaten großer Megalithbauten um 3300 v.Chr. bis etwa 1800 v. Chr. vor. Diese letzte Zeitangabe ist aber nicht auf Radiocarbonbasis gesichert und dürfte zu jung sein, denn im allgemeinen läßt sich beobachten, daß etwa um 2000 v. Chr. die Erstellung neuer Megalithbauten aufhört und in den vorhandenen lediglich nachbestattet wird.(14)

Man kann hieraus schließen, daß sich das Hauptinteresse des atlantischen Reiches in dieser Zeit in den Mittelmeerraum verlagert, was durch die geschichtlich erwiesenen Aktivitäten im Raum Kanaan und Syrien , die im vorhergegangenem Buch beschrieben wurden, auch bestätigt wird.

Die letzte atlantische Kultur- und Sprachinsel in Europa. Das Land der Basken. (20a)

Als im Jahr 8500 v. Chr. ein Asteroid die Erde traf, infolge der Einschlagsenergie die Erde ins Taumeln geriet , die Meere über das Land hinbrausten und alles menschliche und tierische an das Land gebundene Leben in den Flachländern vernichteten, kurz als die Sintflut über die Erde hereinbrach, überstand auf dem Lande die Katastrophe nur das, was in hohen Gebirgen oder auf durch hohe Gebirge geschützten Hochebenen lebte. Aber auch hier gab es infolge der anschließenden verheerenden Regenfälle, der Jahrzehnte oder Jahrhunderte andauernden Klimaverschlechterung und der dadurch ausgelösten Verknappung an Nahrungsmitteln noch erhebliche Ausfälle, sodaß im atlantischen Raum, der durch die Katastrophe am härtesten getroffen wurde, am Ende nur das übrig blieb, was lange Zeit in natürlichen oder künstlich geschaffenen Höhlen in einem klimatisch relativ günstig gelegenem Gebiet lebte.

Zu diesen Gebieten zählten auch die fruchtbaren Hochländer und die Gebirge der iberischen Halbinsel.

Von den überlebenden Menschen in diesem Bereich, die durch ihre Einbindung in das alte atlantische Reich "der Götter und Riesen", das in der Sintflut untergegangen war, noch einen großen Teil des Wissens aus dieser Zeit mitbekommen hatten, ging dann die Gründung des neuen atlantischen Reiches, das später von Platon beschrieben wurde, aus. Wie bereits beschrieben dehnte es sich in der Folgezeit an den Küsten des Atlantiks dem baltischen Bereich und im westlichen Mittelmeer aus.

Im Norden der iberischen Halbinsel gibt es ein Gebiet, das besonders günstige Bedingungen für das Überleben von Menschen in durch die Natur oder durch den Menschen verursachten Katastrophen bietet. Dieses Land wird nach Westen durch die über 2000 m Höhe ansteigenden Gipfel des kantabrischen Gebirges geschützt, hat selbst im Norden stark gebirgigen Charakter, der ein Eindringen feindlicher Menschen stark erschwert und öffnet sich nach Süden in fruchtbaren Hochebenen, die jede Art von Landwirtschaft ermöglichen. Für ausreichende Regenfälle sorgt der nahe gelegene Atlantik im Zusammenwirken mit den Gebirgsketten . Sie speisen den das Gebiet nach Süden begenzenden Fluß, der heute den Namen Ebro führt, das ganze Jahr über mit ausreichend Wasser.

Wegen dieser Vorzüge wurde dieses Gebiet seit der Zeit des Cro Magnon Menschen immer und durchgehend von der gleichen Art Menschen bewohnt. Sie überlebten hier die zwei großen Naturkatastrophen, welche die atlantischen Reiche untergehen ließen, wanderten nach der zweiten Katastrophe nicht nach Osten hin aus, sondern blieben, wie auch andere kleinere Gruppen in verschiedenen begünstigten Gebieten, in ihrem Land. Gegen die später einwandernden keltischen und germanischen Volksscharen verteidigten sie es mit allen Kräften und großer Zähigkeit und retteten so sowohl ihre Gesetze, ihre Traditionen und ihre Sprache bis in die heutige Zeit. Dies, obwohl die nördlich und südlich angrenzenden Nationalstaaten Frankreich und Spanien ihnen dieses nationale und kulturelle wie sprachliche Überleben seit den Anfängen des zwanzigsten Jahrhunderts mit den Mitteln des modernen Staates und neuerdings auch mit den Mitteln der modernen Kommunikationsgesellschaft wie Rundfunk und Fernsehen außerordentlich erschweren.

Die Rede ist vom Baskenland oder Euskadi, wie es in der Landessprache genannt wird. Es ist heute ein kleines Land zwischen den westlichen Pyrenäen und den Ufern des Golfes von Bizkaia. Es hat noch eine Fläche von ca 20700 Quadratkilometern, von denen der kleinere Teil nördlich der Pyrenäen im heutigen Frankreich, der größere südlich der Pyrenäen im heutigen Spanien liegt. Es ist in sieben historische Provinzen gegliedert, die sich in ihrer Sprache Araba, Behenafarroa, Bizkaia, Gipuzkoa, Lapurdi, Nafaaroa und Zuberoa nennen. Es hat etwa 2 900 000 Einwohner, von denen 230 000 im Bereich des heutigen Frankreich leben.

Die Basken stellen eine ethnische Einheit mit eigener Sprache und Kultur dar, die sich deutlich von den nördlichen und südlichen Nachbarn abhebt. Ihre Sprache ist das Euskera, der Einwohner heißt Euskaldun.- Euskera dun : der, welcher Euskera spricht.-

Wilhelm von Humboldt, der im 19. Jahrhundert das Baskenland bereiste, beschreibt den Basken wie folgt : Groß, schlank, trotzdem kräftig, schwarze Haare, starke Augenbrauen und feingeschnittene Gesichtszüge. Auffallende Charaktereigenschaften sind nach ihm Höflichkeit und Mut. Die Häuser sind sauber und die Kleidung ordentlich, nur die Sprache ist fremdartig, anders als alle bekannten Sprachen und auch mit erheblichen fremdsprachlichen Erfahrungen nicht zu verstehen.

Dies wird auch dem heutigen Besucher des Baskenlandes sofort klar, wenn er die Hinweisschilder in der Landessprache an den Straßen zu verstehen sucht. Es wimmelt in dieser Sprache von starken Konsonanten wie K , Z ,R und P , oft noch dazu in Kombination miteinander . Dazwischen befinden sich als besonders häufige Vokale das "i" und das "eu" sowie das "ei" und die Kombination "oa".

Ein kleines Beispiel davon soll im Folgenden gegeben werden. Es handelt sich dabei um die Strophe eines Liedes, welches das Wiedererwachen von Euskera als geschriebene Sprache besingt. :

Lengoajetan ohi intzan
estimatze gutitan
Orai aldiz hik behar duk
Ohoria orotan.
Heuskara, habil mundu guzira !

was besagt :
Unter den anderen Sprachen
hat man dich wenig gewürdigt;
jetzt dagegen wirst du
unter allen geehrt.
Euskera, geh durch die ganze Welt !

Viele Wissenschaftler haben versucht, die Herkunft dieser Sprache zu klären. Bis heute ist aber niemand zu einem befriedigenden Ergebnis gekommen. Unbestritten ist aber, daß diese Sprache im Baskenland seit der Vorgeschichte gesprochen wird und von baskischen Sprachwissenschaftlern wird behauptet, daß sie bis 6000 vor Christus eindeutig für das Baskenland belegt ist, das heißt, daß sie hier bereits zur Zeit des atlantischen Reiches und der Megalithkultur gesprochen wurde.

Für die heutige Wissenschaft ist auch die Herkunft der Basken noch immer ein Rätsel, dessen Lösungsversuche aber immerhin zu zwei Theorien geführt haben, die sich , wie sich zeigen wird , ohne große Probleme zusammenfassen lassen, wenn man auch in der Wissenschaft die Existenz eines atlantischen Reiches der Frühgeschichte voraussetzt. Die erste und am weitesten verbreitete Theorie besagt :

Die Basken stammen vom ursprünglichen Cro Magnon Menschen ab. Sie konnten sich in ihrer einsamen Lage ungestört entwickeln und unvermischt erhalten, wobei ihre ursprüngliche Kultur und Sprache ebenfalls erhalten blieb. Es gibt also keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Menschen der Cro Magnon Rasse und den Basken. Diese Kontinuität kann mit Daten der Craniometrie belegt werden, sie findet gemeinsame Merkmale bei Cro Magnon Schädeln und den Schädeln der Basken. Dabei wird besonders auf die Kurzköpfigkeit von Cro Magnon Menschen und Basken hingewiesen.

Die zweite Theorie stellt die Beweiskraft der Craniometrie in Frage, weil die Kurzköpfigkeit seit dem Neolithikum ( also der Ausbreitungszeit des zweiten atlantischen Reiches ) auch in anderen Teilen Europas vorkommt und dazu im Baskenland nicht die einzige vorkommende Schädelform ist.

Sie legt deshalb die serologischen Eigenschaften des Blutes als Unterscheidungsmerkmal fest und kommt zu dem Ergebnis, daß eine Gleichheit zwischen dem Baskenland, dem aquitanischen Umkreis und anderen Randvölkern Europas besteht. In ihren Bevölkerungen herrschen die Blutgruppe 0 und der Rhesusfaktor negativ vor. Es wird daraus der Schluß gezogen, daß die Basken , wie auch andere europäische Randvölker, zu dem vorindogermanischen Volk der "Liguren" gehörten, die Westeuropa im Neolithikum besetzten. Bei den Randvölkern ging die Sprache in der Auseinandersetzungen mit anderen Völkern verloren, bei den Basken konnte sie sich auf Grund der abgeschlossenen Lage erhalten.

Ersetzt man in beiden Theorien die Begriffe "Cro Magnon Rasse" und "Liguren" durch "Atlanter " und betrachtet dazu noch die in diesem Buch beschriebene Geschichte der Ausbreitung und des Untergangs des atlantischen Reiches, dann stimmen beide Theorien überein.

Damit ist nach den bisher von der Wissenschaft angewendeten Untersuchungsmethoden bewiesen, daß es sich bei den Basken um die direkten und nahezu unvermischten Nachfahren der Atlanter des Neolithikums und möglicherweise sogar des Mesolithikums handelt. Das gleiche gilt damit auch für ihre Sprache und ihre Kultur. Wir haben also in den Basken und in der baskischen Kultur und Sprache einen Faden, der uns zur Kultur und zum Wesen der Atlanter zurückführt.

Damit gewinnen die in der baskischen Kultur erhaltenen Mythen und Legenden sowie die prähistorischen Spuren, die sich im Leben der baskischen Bauern und Hirten wiederfinden, eine ganz andere Bedeutung. Es handelt sich nicht nur um die Vergangenheit eines kleinen Bergvolkes , sondern um die Vergangenheit des gesamten westlichen Kulturraumes um nicht zu sagen, um einen Teil der Vergangenheit der gesamten Menschheit.

Untermauert wird diese Feststellung noch durch Beobachtungen der Anthropologen. So stellte Dr. I. Barandiaran in seinem 1969 gehaltenen Vortrag "Über die Herkunft der Basken" fest , daß man überrascht wird von der Anzahl der Spuren aus den ältesten Zeiten die man in der Mythologie der baskischen Hirten und Bauern entdeckt. " Bemerkenswert ist das Überleben von Mythen und Überlieferungen mit Hinweisen auf sagenhafte Heldengestalten, die in denselben Höhlen wohnen, die schon die Menschen aus dem älteren Paläolithikum vor 15000 oder 20000 Jahren zum Wohnen oder für ihre künstlerischen Wandmalereien benutzten. Das heißt, daß die gleichen Gestalten , die das Pyrenäenvolk in der Ren-Zeit schuf, heute noch lebendig sind und auf die heutige baskische Mythologie einwirken. Die Welt von Gestalten und Kulten ist heute noch dieselbe wie damals."

Diese Verbundenheit mit der Vergangenheit zeigte sich auch in anderen Bereichen des Lebens. Bis zum Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts stand in den baskischen Küchen der Herd noch in der Mitte des Raumes bzw. es befand sich dort das Feuerloch, genau so, wie man es aus den Höhlen des Paläolithikums kennt. Die baskischen Hirten verwendeten Gefäße aus Holz oder Horn und zum Kochen der Milch in ihnen erhitzten sie Steine, die"esnearriak" oder "txukunarriak" genannt werden. Nach dem Erhitzen wurden sie in die Milch gelegt, die darauf sofort zu kochen anfing.

Die Übereinstimmung des heutigen Weidegebiets mit dem Fundgebiet von Dolmengräbern zeigt, daß auch die atlantische Tradition der Weidewirtschaft bis in die heutige Zeit unverändert weitergeführt wird. Interessant sind auch die Reste eines Beilkultes. Man glaubt noch heute, daß ein Beil entsteht, wenn ein Blitz in die Erde fährt. Aus diesem Grunde wird das Beil auch als ein wirksames Mittel gegen Gewitter und Blitzschlag angesehen. Man nennt es "tximistarris" (Blitzgestein). Beil und Hacke werden mit zusammengesetzten Wörtern bezeichnet, in denen der Begriff "aitz"=Stein enthalten ist. "Aitzkora" ist das Beil, "aitzur" die Hacke.

Im Lande lebten mehrere baskische Stämme, die zur Zeit der römischen Besetzung Iberiens "gens" genannt wurden. Ihre Oberhäupter bildeten den Tribalrat (Stammesrat). Reste dieser Räte blieben bis ins Mittelalter erhalten. Das Erbe wurde mutterrechtlich übertragen und die Güter wurden kollektiv genutzt. Jeder Stamm hatte einen eigenen Dialekt. Die Stammesverbände spiegelten sich später in den Rittergütern der Feudalzeit wider. Die Römer bevorzugten bei ihrer Ansiedlung die südlichen fruchtbaren Landesteile. Die übrigen Gebiete wurden mit gepflasterten Straßen erschlossen . Einige hier bereits seit atlantischer Zeit existierende Bergwerke wurden genutzt. Auch einige Stadtgründungen gehen auf die Römer zurück wie Baiona (Bayonne) und Pamplona, das von Pompeius gegründet wurde.

m übrigen gab es eine friedliche Koexistenz mit den Römern, die Basken lebten in den Bergen ungestört ihr Leben und im fruchtbaren Süden führten die Römer die Latifundienwirtschaft ein. Lateinische Lehnwörter kennzeichnen von den Römern übernommenen technischen Fortschritt in der Landwirtschaft. Das änderte sich, als im 5.ten Jahrhundert nach Christus die Westgoten in das Land eindrangen. Sie interessierten sich ebenfall vorallem für die fruchtbaren Ebenen im Süden und im Zentrum und versuchten die Basken aus diesen Gebieten zu vertreiben. Da die Basken ihr Land nicht aufgeben wollten, führte dies zu ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf die baskischen Stämme sich notgedrungen zu einem Volk zusammenschlossen. Auch von Norden wurden sie jetzt durch die einwandernden Franken bedrängt und als im 8. Jahrhundert auch noch die Araber ins Land einfielen, hatten sie gegen drei Völker zu kämpfen.

Ein besonders in die Geschichte eingegangenes Ereignis aus diesen Auseinandersetzungen ist der Kampf gegen die Truppen Karls des Großen, die 778 n. Chr. in der Schlucht von Roncesvalles von den Basken teilweise vernichtend geschlagen wurden, was den Franken die Lust auf weitere Abenteuer in dem südlich der Pyrenäen gelegenen Raum für eine lange Zeit nahm.

Auf Grund der ständigen Auseinandersetzungen mit den Nachbarn änderten sich sowohl die Gesellschafts- wie auch die Wirtschaftsstruktur des Landes . Die Bedeutung des Kriegswesens nahm zu und in dessen Folge die Bedeutung des kriegführenden Mannes und seines Anführers. Die mutterrechtliche Struktur wurde aufgegeben und durch die Vorherrschaft des Mannes ersetzt . Aus den Führern im Krieges bildeten sich Herren , denen im wesentlichen Grund und Boden gehörte und Knechte, die ihn im Friedensfall bearbeiteten und im Kriegsfall die Gefolgschaft des Herren bildeten. Um den vorhandenen Boden besser zu nutzen, ging man, soweit es die Bodenstruktur erlaubte, von der extensiven Weidewirtschaft auf den intensiveren Ackerbau über.

Im 7. Jahrhundert bildete sich an der Nordseite der Pyrenäen ein Herzogtum von Vasconia, das sich nach der Eroberung durch Karl den Großen in ständigem Wechsel zwischen Untertänigkeit und Unabhängigkeit von den Franken befand. Im Süden gab es im 9. Jahrhundert das Königreich von Pamplona und 842 erschien hier der König Eneko Aritza, der aus einer Dynastie der Pyrenäen kam . Seinen Nachfolgern gelang es dann, die von den Arabern eroberten Gebiete zurückzugewinnen und das erste Königreich von Navarra zu gründen. Der König mußte sich aber bei seiner Ausrufung durch seine Untertanen verpflichten, sie nach ihren Rechten und Sonderrechten zu behandeln. Es gab also hier, wie in den atlantischen Königreichen des vorderen Orients, so zeitweise bei den Hethitern, den Medern und im Babylon der Kassitenzeit, eine Art von konstititioneller Monarchie, zwar nicht nach geschriebenem aber doch nach überliefertem Recht.

Die Entscheidungen des Königs mußten sich den "fueros" unterordnen. Entsprachen die Anordnungen des Königs nicht den "fueros" so wurden sie zwar respektiert, aber nicht durchgeführt. Die Volksvertretung, genannt "cortes" konnte darüberhinaus Gesetze außer Kraft setzen, die vom König erlassen worden waren.

Ab dem 12. Jahrhundert gingen dann die Regionen verschiedene Wege. Die nördlich der Pyrenäen gelegenen Gebiete wurden in die Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich um den Besitz von Aquitanien hineingezogen und wurden bis zum 15. Jahrhundert von England und dann von Frankreich beherrscht. Die südlichen verbanden sich zu unterschiedlichen Zeiten und aus verschiedenen Gründen mit dem Königreich Kastilien, wobei die Könige sich weiterhin verpflichteten die "fueros" des Baskenlandes zu achten.

Bei diesen "fueros" handelt es sich um die Gesetze nach denen die Gebiete der Basken seit uralten Zeiten regiert wurden. Sie waren geschichtlich überkommene Gesetze der einzelnen Regionen. Damit stellen sie einen Teil der aus der atlantischen Zeit überkommenen Tradition dar und sind deshalb besonders interessant, weil sie zeigen, wie in atlantischer Zeit das Volk seine politische Ordnung fand. Sie bestanden anfänglich aus Sitten und Gebräuchen, nach denen sich das Volk richtete und nach denen sich auch die jeweils herrschenden Regierungen orientieren mußten. Aus diesem Grunde wurde es schließlich notwendig, sie schriftlich zu fixieren. Es erschienen in den einzelnen baskischen Regionen Sammlungen dieser Gesetze, die man dann mit dem Namen "Fuero" bezeichnete. Im Jahr 1237 erschienen zuerst die allgemeinen Fueros von Nafarroa, denen 1520 die von Zuberoa und 1526 die von Bizkaia folgten.

In ihrer Art und nach ihrer Herkunft aus der Zeit Tausende von Jahren vor Christi Geburt, stellen sie die Sammlung der ältesten auf europäischen Boden entstandenen Gesetze dar und sind ein Ausdruck der Souveränität des Volkes, das aus langer Tradition und Erfahrung weiß, wie das politische Zusammenleben in Übereinstimmung mit dem Volkscharakter und seinen Bedürfnissen am besten geregelt werden kann. Der Fuero von Navarra sagt dazu eindeutig :"Die Gesetze existierten zuerst und erst danach die Könige und deshalb haben sich auch die Könige nach den Gesetzen zu richten."

In diesem Selbstbewußtsein und in der konsequenten Verteidigung dieser Rechtsauffassung bis zum offenen oder verdeckten Kampf bis in die heutige Zeit hinein, beweisen die Basken einmal mehr, daß sie voll in der atlantischen Tradition stehen. Wenn auch das Bewußtsein vielleicht verlorengegangen ist, das es noch bei den alten atlantischen Völkern gab, nämlich daß diese Gesetze ihnen einst von den "Göttern" gegeben wurden und daß sie deshalb unantastbar sind, besteht doch im ganzen Volk die feste Überzeugung, daß es sich bei den Gesetzen um eine höhere Ordnung handelt, der sich ausnahmslos alle, sebst die jeweils Herrschenden, unterzuordnen haben.

Daß bei den Basken dieses Bewußtsein um den göttlichen Ursprung der Gesetze nur noch unbewußt vorhanden ist, kann auch daran seine Ursache haben, daß die Basken, als ein vorwiegend in schwer zugänglichen Gebirgsregionen lebendes Randvolk des atlantischen Reiches, selbst nicht über einen ausreichend dauerhaft organisierten Priesterstand verfügten und die Gesetzespflege deshalb vorwiegend im Volk selbst verankert war. Wie die Geschichte in diesem Fall beweist, ist dies aber offenbar nicht die schlechteste Art, anerkannte Gesetze über Jahrtausende zu bewahren.

Aufgrund dieser Fueros hatte des Baskenland eigene und autonome Regierungsinstitutionen. In Navarra waren es die "cortes" des Königreiches, die bis 1851 gültig waren. In den anderen baskischen Regionen bestanden sie in den "juntas generales"- den Regierungsausschüssen. Sie wurden von den Bürgern direkt oder über die Stadträte indirekt gewählt und hatten die Aufgabe Gesetze zu entwerfen und den Haushalt und die Steuern zu bestimmen. Sie wählten auch die Abgeordnetenversammlung - Diputacion - welche die exekutive Gewalt ausübte. Die Gesetze des Königs von Kastilien , der in einem Teil dieser Zeit der Oberherr war oder auch auch der französichen Krone, zu der das Baskenland eine Zeitlang gehörte, wurden nicht befolgt, wenn die Juntas Generales sie nicht akzeptierten. Sie hatten dann den sogenannten "pase foral" nicht bestanden. Der kastilische König hatte zu dieser Zeit nur einen Corregidor ohne Kompetenzen in der Legislative. Die Fueros waren in dieser Zeit noch so mächtig, daß derjenige, welcher sie zu übergehen versuchte, hingerichtet werden konnte.

Besonders wichtige Fueros bestanden darin, daß der König das Baskenland nicht mit Steuern belasten durfte und sich mit Stiftungen zufrieden geben mußte, die ihm die Juntas Generales bewilligten und daß er die Basken nicht zwingen durfte, im Heer des kastilischen Königs zu dienen. Dieses Heer oder Teile davon durften auch nur mit den Einschränkungen durch das Land marschieren, die von den Deputationen angeordnet worden waren.

Das Recht zum Einziehen von Steuern wurde dann vom 16. bis zum 19. Jahrhundert der Grund für die ständigen Angriffe der kastilischen Krone gegen die Fueros. Sie wurden als unzulässige Privilegien der Basken bezeichnet und ihre Abschaffung immer wieder gefordert. In den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Spanien in Folge der französischen Revolution und der darauf folgenden innenpolitischen Auseinandersetzungen in Spanien, die zur Verfassung von Cadiz von 1812 führten, die auch uneingeschränkt für das Baskenland gelten sollte und damit die Fueros vorübergehend außer Kraft setzte, geriet die Eigenständigkeit des Baskenlandes mehr und mehr in Bedrängnis. Die drei Karlistenkriege von 1833, April 1872 und Dezember 1872, der bis 1876 dauerte, fand die Basken auf der Seite der Verlierer, die zugesagt hatten, ihre Fueros zu respektieren . Der Verlust des ersten Krieges führte schon 1839 zum Verlust der juristischen und legislativen Gewalt. Es wurde ein einziges richterliches System eingeführt und ebenso die Wehrpflicht.

Doch die baskischen Regionen gaben nicht auf. Die Deputationen von Araba, Gipuzkoa und Biskaia erhoben Einwände gegen die Veränderungen an den Fueros. In Nafarroa handelte 1841 eine liberale Deputation ein Gesetz mit der Zentralregierung aus, das weitere Veränderungen an den Fueros von der Zustimmung der Basken abhängig machte. Nach den verlorenen Karlistenkriegen 1876 erließ dann die Regierung von Madrid ein Gesetz, das die Fueros in allen baskischen Regionen außer in Navarra abschaffte, wo das 1841 vereinbarte Gesetz weiterhin gültig blieb.

Ab 1877 wurden dann die Foraldeputationen durch die Provinzdeputationen wie in den übrigen spanischen Provinzen ersetzt. Regiert wurden sie durch einen Gouverneur, der die Mitglieder der Provinzdeputation ernannte. Damit waren auch die letzten Reste von demokratischer Mitwirkung der Basken an der Gesetzgebung und der Steuerhoheit beseitigt. 1878 folgten Wirtschaftsabkommen in denen die Steuern für die Deputationen festgelegt wurden. Dieser Zustand hielt an bis 1936.

Doch der Gedanke einer eigenständigen baskischen Nation war nicht gestorben, sondern hatte in den Karlistenkriegen und ihren Opfern eher an Bedeutung gewonnen. Der Kampf und das Ringen um die Eigenständigkeit verlagerte sich jedoch mehr auf die geistige Ebene. Ihr markantester Verfechter war lange Zeit Sabino Arana, der als Sohn eines Karlisten 1865 in Bilbao geboren wurde und anfänglich selbst Karlist war. Er studierte die Fueros, baskische Geschichte und Kultur und kam zu der Überzeugung, daß es sich bei den Basken um eine eigenständige Nation und sogar Rasse handelte, die sich am deutlichsten in den baskischen Namen manifestierte. Er schuf die baskische Flagge, die baskische Hymne und auch den Namen Euskadi, der heute bereits Allgemeingut geworden ist. 1893 gab er eine Zeitschrift heraus und gründete 1895 eine politische Organisation.

Beide wurden verboten und Arana gefangengenommen. Aber seine gegründete Organisation, die Eusko Alderdi Jeltzalea (PNV) war bereits so kräftig, daß sie auch nach dem Tod ihres Gründers im Jahr 1902 ohne ihn weiter bestehen konnte. Ihr Motto war : "Gott und die Fueros". Ihr Ziel : ein baskischer Bundesstaat. Ihre Heimat hatte sie im baskischen Kleinbürgertum und richtete sich gegen die Herrschaft der spanischen Oligarchie.

Auf Anregung dieser inzwischen zur Partei gewordenen Organisation wurde 1911 eine Gewerkschaft mit klassenüberschreitendem Charakter gegründet die " Solidarität der baskischen Arbeiter " genannt wurde und in der Folgezeit die Entwicklung der Partei sehr förderte. Sie nannte sich EAJ (PNV) und verbreitete sich von Bizkaia auch nach Gipuzkoa und Araba. Von 1923 bis 1929 waren unter der Militärdiktatur von General Primo de Ribera alle Parteien verboten. Mit der Einführung der Republik 1931 belebten sich wieder die Hoffnungen auf eine baskische Eigenständigkeit, in der die EAJ aber eine schwierige Situation hatte. Ihre traditionelle baskische Einstellung ließ sie die Kirche und die Republik befürworten. Das trennte sie einerseits von Sozialisten und Kommunisten und andererseits von Karlisten und Monarchisten, die eine Monarchie für Spanien anstrebten.

Darauf war es dann zurückzuführen, daß im Juni 1932 das Autonomiestatut für die baskischen Provinzen in Navarra mit Mehrheit abgelehnt wurde, während die übrigen drei Provinzen ihm zustimmten. Trotzdem wurde Ende 1935 das Projekt eines baskischen Statuts noch in den spanischen Cortes verhandelt. Mit dem Wahlsieg der Volksfront im Februar 1936 endete die kurze Zeit der Republik in Spanien durch den Putsch der Rechten und den anschließenden mörderischen Bürgerkrieg. Er wurde auf Seiten der rechten Putschisten ab Juli 1936 von General Franco gegen die gewählte republikanische Regierung geführt . Da die Regierung die Hilfe der Basken brauchte, unterschrieb sie im Oktober das Statut. Sofort bildete sich eine baskische Regierung, an der außer den Nationalisten auch die linken Kräfte beteiligt waren.

Und wieder hatten die Basken, um ihre nationale Eigenständigkeit schnell zu erreichen, die Seite der Verlierer gewählt. Die Repression durch die rechten Kräfte war entsprechend stark. Baskischer Nationalist zu sein reichte aus, um auf einem Seitenstreifen der Straße erschossen zu werden . Bereits 1937 waren etwa 180 000 Basken ins Exil geflohen und mindestens 10 000 saßen in den Gefängnissen. Auch der national eingestellte baskische Klerus wurde schwer getroffen: 16 Priester wurden erschossen, 278 kamen ins Gefängnis und 1300 wurden verbannt. Als Strafe für die "verräterischen Provinzen" wurden die Wirtschaftsabkommen abgeschafft, die den letzten spärlichen Rest der Fueros dargestellt hatten.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, der von den demokratischen Kräften des Westens gewonnen wurde, schöpften die Basken neue Hoffnungen, die sich aber als trügerisch erwiesen. Im Gegenteil wurden jetzt alle nationalen baskischen Regungen nach dem Aufbau eines modernen Repressionsstaates durch die Frankisten unterdrückt.

Die baskische Sprache wird verboten , ebenso alle baskischen Symbole. Die vier Provinzen Bizkaia, Gipuzkoa, Araba und Nafarroa werden geteilt und in allen Verwaltungsbereichen getrennt. Die neueingeführte senkrechte Organisation der Gewerkschaften macht auch die Arbeiter machtlos. Papst Pius XII unterstützt den totalitären Staat indem er getrennte Diözesen errichtet. Die Vereinigten Staaten von Amerika helfen Franco durch wirtschaftliche Unterstützung und 1955 wird Francos Repressionsstaat in die Vereinten Nationen aufgenommen.

Der baskische Nationalismus muß tatenlos zusehen. Jede politische Arbeit wird gnadenlos verfolgt. Doch aus Repression entsteht Aggression. 1956 entsteht aus der zur Untätigkeit verdammten Jugend der EAJ (PNV) eine Bewegung, die 1959 zur ETA (Euskadi ta askatasuna) wird. Sie lehnt aus der Erfahrung mit dem spanischen Staatskatholizismus jede Konfessionsgebundenheit ab und vertritt die Ansicht, daß die Gewalt , die der Frankismus ausübt , nur durch Gegengewalt beantwortet werden kann. Dadurch gerät sie in Konflikt mit der Mutterpartei EAJ (PNV) die weiterhin Gewalt als Mittel der Politik ablehnt.

Im Gründungsjahr 1959 folgten die ersten Taten, die wenig Aufmerksamkeit erregten, und 1960 folgten dann die ersten Verhaftungen. Im März erließ der Frankostaat ein Dekret gegen militärische Rebellion, das gegen die gerichtet war, die an Aktionen beteiligt waren, bei denen Waffengewalt angewendet wurde. 1961 wurden Sprengkörper in öffentlichen Lokalen gelegt und der Versuch gemacht einen Zug von Kriegsteilnehmern, die das Jahresgedächtnis von Francos Putsch feierten, zu sprengen. Es fanden die ersten Polizeirazzien statt, etwa 100 Leute wurden festgenommen und gefoltert. Die ersten langen Gefängnisstrafen - bis zu 20 Jahren - wurden verhängt. Die Führer der ETA flohen ins Exil.

Aber auch der baskische Klerus wandte sich gegen die Ungerechtigkeiten des Regimes und setzte sich für die nationale Freiheit ein. Die bisher gute Zusammenarbeit des Franco Regimes mit der katholischen Kirche bekam die ersten Risse, die sich nach dem Tode Pius XII noch vertieften. Die Befreiungskämpfe in Kuba, Algerien und die Ideen Mao Tse Tungs bestärkten den militärischen Teil der ETA in ihren Ansichten über die Durchführbarkeit des revolutionären Kampfes und lieferten die ideologische Ausrichtung für die Ansicht , die nationale Befreiung sei mit der Klassenbefreiung gleichzusetzen.

Die ETA gerät damit immer mehr ins Fahrwasser der linken, terroristischen Bewegungen, die sich in dieser Zeit in vielen Ländern Europas bilden. Die nächste Stufe ist dann der Bruch mit dem Nationalismus der EAJ (PNV) und das offene Bekenntnis zum Sozialismus.

Als die nach Frankreich geflüchteten ETA- Mitglieder auch hier beginnen ,Forderungen nach Unabhängigkeit der nördlichen baskischen Gebiete zu stellen, werden sie auch hier mit Verbannung, Hausdurchsuchungen und Festnahmen verfolgt. Diese Verhältnisse ändern sich auch nicht wesentlich nach dem Tode Francos und der Einführung der konstitutionellen Monarchie in Spanien.

Erst mit der Einführung des Autonomiestatuts für die spanischen Regionen im Jahr 1979 entspannt sich auch im Baskenland die Lage, weil Sprache und kulturelle Eigenheiten wieder zugelassen und nicht mehr verfolgt werden. Die baskische Region Euskadi kann nun über Fragen der Kultur des Landes und auch Fragen der Landesentwicklung selbst entscheiden. Dies ist ein Fortschritt, der aber die baskischen Nationalisten, die weiterhin ein bundesstaatliches Konzept und die Wiederinkraftsetzung der Fueros fordern, noch in keiner Weise zufriedenstellt.

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Nachwort: Der an der alten Geschichte der Atlanter interessierte Leser wird sich vielleicht wundern, warum an dieser Stelle die Geschichte einer nationalistischen Bewegung, die sogar teilweise die Grenze zum Terrorismus überschreitet, so ausführlich bis in die Neuzeit dargestellt wird. Mir als Autor geht es darum, zu zeigen, daß die Basken bewiesen haben, daß , und auf welche Weise es möglich war und weiterhin ist, die einmal installierte atlantische oder auch göttliche Ordnung über Jahrtausende zu bewahren und in ihr glücklich und zufrieden zu leben, soweit es der, vielleicht böswillige, Nachbar erlaubt. Daß es sich aber auch lohnt, für diese Ordnung bis zum Tode zu kämpfen, was wiederum bester atlantischer Tradition entspricht. Vom Standpunkt der Geschichtswissenschaft gebührt den Basken Dank für dieses Hinüberretten atlantischer Tradition.

Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, daß es aus der Zeit der atlantischen Wanderung auch im Kaukasus und in Armenien Reste atlantischer Bevölkerung gibt, die allerdings in den politischen Wirren der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, schwer gelitten haben und vom Aussterben bedroht sind.

Die Geschichte der Basken, die aus der Anfangszeit kommt, bis in unsere Zeit reicht und darüber hinaus in die Zukunft weist stellt auch im Sinne dieses Buches eine gute Überleitung in unsere heutige Zeit mit ihren modernen Methoden der Stimmungsmache und Meinungsbeeinflussung dar. Die 2000 Jahre , die seit Christi Geburt und dem Ende der frühen Geschichte und der heutigen Zeit liegen werden als ausreichend bekannt vorausgesetzt, können aber auch bei Bedarf in hervorragend verdichteter Form im DTV- Atlas der Weltgeschichte (8) nachgelesen werden.

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